Murphy
Aus Ludopedia - Die Spiele Encyclopädie
Der erfahrene Siedler hat sich schon öfter nach den Ursachen und Gesetzmäßigkeiten gefragt, die verantwortlich sind für jene Geschehnisse, die einem das Spiel manchmal so sauer machen. Durch langjährige Arbeit, verbunden mit großem Aufwand und exakten Beobachtungen, gelang bereits vor einigen Jahren zwei amerikanischen Wissenschaftlern die Aufklärung der kausalen Zusammenhänge dieser Widrigkeiten. Vielleicht etwas zu pauschalierend zusammengefasst in dem Slogan "Alles was schief gehen kann, geht auch schief", geistern diese Erkenntnisse schon seit längerem von Labor zu Labor, als Mund-zu-Mund-Propaganda oder in schriftlicher Form als Aushang.
Nachstehend die Quintessenz dieser Überlegungen, umformuliert für Die Siedler von Catan als
Die Gesetze von Edsel Murphy und D.L. Klipstein über das Verhalten von Würfeln, Ausbaustapeln und Software:
- Wahrscheinlichkeiten sind nicht multiplikativ sonderen kontraproduktiv. Ein mit äußerst geringer Wahrscheinlichkeit eintretendes Ereignis findet immer dann statt wenn der Mitspieler davon profitiert. So erscheint z.B. ein Komet immer dann, wenn man gerade 4 Punkte und die optimale Kartenhand hat.
- Gleiche Decks, unter gleichen Voraussetzungen eingesetzt, verhalten sich im Spiel anders. Denn man muß es nicht nur kopiert, sondern auch verstanden haben.
- Die Sicherheit von Lieferterminen von Neuerscheinungen/Patches/Updates ist umgekehrt proportional zu den Beteuerungen über ihre Einhaltung
- Alle Konstanten sind variabel.
- Die Notwendigkeit einer bestimmten Karte ist umgekehrt proportional zu ihrer Zugänglichkeit, d.h. der Kirchenbann liegt immer auf dem entscheidenden Stapel.
- Der Ertragswurf ergibt immer die Landschaft die gerade 3 Rohstoffe enthält wenn man keinen Marktfleck hat.
- Wenn n-1 von n Karten ausgespielt wurden, stellt sich heraus, dass man das falsche Deck gewählt hat.
- Die Züge des Gegners dauern immer dann unendlich lange, wenn man die zum Sieg fehlenden Karten oder Rohstoffe auf der Hand hält.
- In allen Überlegungen ist dasjenige Szenario die häufigste Fehlerquelle, das vorher über alle Zweifel erhaben war.
- Die Erhältlichkeit eines Rohstoffs ist umgekehrt proportional zu seiner Wichtigkeit.
- Man hat immer zu wenige Ausbauplätze.
- Ein Spion/Feuerteufel/Raubzug wird beim Auffüllen der Kartenhand immer dann vom Kartenstapel gezogen, wenn er den größtmöglichen Schaden im eigenen Fürstentum anrichtet (Gesetz der selektiven Schwerkraft oder Marmeladentoast-Phänomen).
- Wird eine Kartenhand durch die Summe der möglichen Vor- und Nachteile der einzelen Karten beschrieben, so ist der Gesamtnutzen immer gleich der Summe aller Nachteile.
- Die benötigte Karte ist im Stapel meist die letzte. Die obersten Karten braucht man nie.
- Ein Bug passiert immer dann wenn man 12 Siegpunkte hat.
- Es fehlt immer die Karte, die man zuvor aus dem Deck entfernt hat weil man sie im Spiel davor überhaupt nicht brauchen konnte.
- Wenn man endlich die Rohstoffe für eine Siedlung eingetauscht hat, stellt man fest, dass man schon alle 5 gebaut hat.